Moloch Ruhm

Quelle: Pinterest

Gierig ist der Moloch Ruhm,
teuer sein bezahlen;
nimmersatt sein gänzlich Tun -
wird zum Kannibalen.

Denn er trinkt durch Mark und Bein,
Schweiß aus eigenen Säften;
werden viele blutleer sein,
die sich an ihn heften.

Einsatz fordert er und mehr,
alle Zeit und Kräfte,
die Persönlichkeit nimmt er,
Schlaf und deren Nächte.

Selbstsucht ist sein wahrer Gott;
hat den Blick verloren
für sein Ich, bis hin zum Tod,
Glauben abgeschworen.

Herbstlicher Nachklang

Quelle: Pinterest

Wenn die Nächte dunkler werden,
geht der Tag auf Kurzarbeit.
Licht erscheint gedimmt auf Erden,
das im Nebel Glitzer streut.

Ganz verhangen sind die Straßen
und die Zeit versinkt im Laub.
Mutter Erde – seht sie schlafen,
und der Herbst: hört, wie er schnaubt.

Erste Kerzen auf den Tischen
und die Fenster dekoriert;
nur der Wind pfeift um die Nischen,
schaut, wie fein er sie poliert!

Rüttelt an der schweren Türe,
fegt Erinnerung in mein Herz,
und in kreisender Allüre
strebt sein Tanzen himmelwärts.

Das Vergang’ne tritt ins Zimmer,
zieht sich nicht die Schuhe aus,
trägt den Schmutz von einst, nur schlimmer,
ohne Rücksicht in das Haus.

Wo am Abend wurd‘ gesungen,
fein gebetet für die Nacht.
So hat es Zuhaus‘ geklungen,
als man mich ins Bett gebracht.

Noch im Nachklang hör‘ ich’s singen,
wenn das Dunkel steht im Raum;
hör‘ der Mutter Stimme klingen,
doch es ist ein Nebeltraum.

Steh‘ vor der verschlossenen Türe,
öffnet sich mir einen Spalt,
dass ich nur die Wärme spüre,
die vom Himmel widerhallt.

Silbernebel


In Grau ziehen sich die Schwaden
wie ein Gespinst durch frühes Licht,
wie ein gesponnener Seidenfaden
in weichem Tuch verwoben, bricht.

Herbstliches Blau, versteckt und fern,
hoch hinter Wolken, die vorübergleiten;
der Himmel dunkel noch und jeder Stern
vom Licht verdrängt und fort, beizeiten.

Der Herbst deckt alles zu mit Nebel;
vergräbt den Frost im tiefen Schweigen;
der Fährmann Tod setzt seine Segel
und lässt den Wind darüber streifen.

Wilder Herbst

Quelle: Pinterest
Es zerrt der Wind an jedem Blatt,
gar stark bläst er dagegen,
wenn’s nicht herunterfallen mag,
hilft ihm sein Bruder Regen.

Der Herbst holt Luft und atmet schwer,
pausbäckig lässt er's krachen.
Die Straßen sind vom Laubwerk leer,
der Sonne fehlt das Lachen.

Die Blätter fallen schlaff und braun,
in Nordwinds Brausehände.
Er holt sich jedes Grün vom Baum;
es raschelt im Gelände.

In dieser Zeit will niemand mehr
den warmen Ofen tauschen,
nichts ist verlockender als er,
und eigener Stille lauschen.

Heilige Einsamkeit

Quelle: Pinterest

Seele,
befreie dich vom Staub des Lebens,
trage das weißeste Kleid deiner Gedanken,
sei blendende Lichtgestalt der Gegenwart.

Atme Höhenluft,
erhelle die Dunkelheit der Welt,
zerbreche nicht am lauten Stimmengewirr des Zeitgeistes.

Fürchte dich nicht,
wenn der Schmutz des Tages manchmal dein Kleid dunkelt.
Er trübt selbst den klarsten Spiegel.

Flüchte dich in die heilige Einsamkeit,
wo der Wind dich befreit und erweckt,
zu neuer Empfindung und Sehnsucht als Gnade.

Spanne deine Flügel aus
im Aufwärtsstreben zu den ewigen Sphären.
Finde die blaue Blume aller Lebensoffenbarungen
auf dem Berg der letzten Sicht.

Himmlische Wünsche

Quelle: Pinterest

Ich möchte dich in meinem Arm halten,
dich warm halten, damit du nicht frierst.
 
Ich möchte dich am Morgen wach küssen,
den ersten Gedanken fangen, den du verlierst.
 
Ich möchte dich an die Hand nehmen
und dich führen, auch auf dunkelstem Pfad.
 
Ich möchte dir stets der Weg sein, der bequeme,
den du gerne gehst, auch auf steinigem Grat.
 
Ich möchte, dass du Vertrauen setzt,
in all meinen Worten, meinem Tun.
 
Ich möchte, dass dich niemals mein Wort verletzt,
du sollst immer am Herzen mir ruh’n.
 
Ich möchte dir Liebe sein, wie ein Gebet,
das dich mit den Himmeln versöhnt.
 
Ich möchte dein Trost sein, so quälend erfleht,
der dich streichelt und mit Sonne verwöhnt.
 
Ich möchte dein Tag sein, dein Abend, deine Nacht,
die Geborgenheit, die dich ins Bett gebracht.
 
Ich möchte dich tragen und streicheln im Leid,
keine Angst soll dich plagen, bis ans Ende der Zeit.

Sieger

Quelle: Pinterest
Wenn die Schatten näherkommen,
seht, sie dunkeln nicht im Licht;
weil das wahre Licht des Geistes
durch die Welt des Dunklen bricht.

Wenn wir auf der Strecke bleiben,
wie es alle Menschen tun,
können wir im Strahl des Lichtes
hell erleuchtet, geistig ruhen.

Hart sind die Lektionen alle,
sie zu lernen, manchmal schwer;
doch der Dunkelheit verfallen,
wird erleuchtet niemand mehr.

Sind nur Schatten, nichts Reales,
denn die Wirklichkeit ist Geist,
und das Göttliche in ihnen,
das auch ihre Wege weist.

Wenn es Zweifel gibt, halte inne,
zieh dich bittend still zurück.
Lass den Geist den Weg dir weisen.
Halte durch die Zeit, ein Stück.

Angst und Sorgen sind die Feinde.
Zuversicht, Gelassenheit
Eigenschaften unserer Seele,
Leitstrahl in der schwersten Zeit.

Stehe unbehelligt weiter
deinen Posten in der Schlacht;
sei der Offizier des Lebens,
der den Sieg errungen hat.

Ideenfunke

In jedem Sein gibt es ein Werden,
vor jeder Wirklichkeit den Schein;
was Funke war, wird Aufbegehren,
um Pflänzlein aus der Saat zu sein.

Aus der Idee wurd' einst Erfahrung,
die ausgelebt vergangen ist;
ein Bild daraus wird Offenbarung,
die das Bewusstsein wiegt und misst.

Es wächst nach oben hin zum Lichte,
was Frucht trägt und die Art erhält,
und was nicht reift, treibt in der Dichte
der Erde, deren Dasein zählt.

Blick nach oben

Quelle: Pinterest
Heimatland, so wie im Traum
bist du immerzu in mir,
alles, wie von Gott getrieben,
bringt mein müdes Herz zu dir.

Treib, so wie auf Engelsschwingen,
durch den Raum der Eitelkeiten;
schau, wie all die Menschen ringen,
ihn mit Eifer zu bestreiten.

Sei kein Schaf in einer Herde,
peile an, dein Ziel, allein,
und der Weg, der in dir werde,
wird stets hoffnungsvoll dir sein.

Vielen fremd scheint dies Bestreben.
Erdgebunden, sehnsuchtslos,
wandeln sie den Weg durchs Leben,
nur ihr Ego macht sie groß.

Vernehmen nicht das zarte Schwingen,
wie’s heimlich jede Seele stimmt.
Sie hören nur die grellen Stimmen,
was mir die Luft zum Atmen nimmt.