Die zarten Tage kehren endlich wieder, an denen die Natur erwacht aus Träumen und über grauem Laub im Frühjahrsfieber, die Glöckchen stehn, die viele Wege säumen.
Weiß, wie die Unschuld, sind sie aufgeblüht. Das alte Grün erscheint in neuem Licht. Der Morgen hat sich früher aus dem Bett bemüht, bevor die Sonne durch die Wolken bricht.
Der Himmelsbogen ist noch stark verhangen, von grauen Schwaden, die am Tag verwehen. Der Winter scheint mit einem Mal vergangen; der Frühling zeigt sich sanft und morgenschön.
Filmmusik von Ennio Morricone aus dem Film „Die Mission“
Foto: Gisela Seidel – Aussicht aus dem Küchenfenster meiner ehemaligen Wohnung
Die Morgenröte der Möglichkeiten erwacht im Lichtstrahl der Erkenntnis; der Dunkelheit entstiegen, erweckt sein, voll von Gottvertrauen, Leben, fühlen und getragen sein von Vollkommenheit, die begeistert, einen unbekannten Weg zu gehen, das Wofür, zu finden im tieferen Sinn, ihn anzunehmen, auf die Zukunft gerichtet durch höhere Macht, von ersten zaghaften Schritten, hin zur letzten Wegstrecke des Alters. In der Stille der Dämmerung, sich als Kind fühlen, das geborgen ist im Gegenwärtigen, deren Hände ruhen vor dem Dunkelwerden, das im höchsten Glück vollendend geistig macht.
Es gibt Menschen, die kommen nicht wieder, auch, wenn man sie sehnlichst vermisst. Sie sind wie ein Vogel entflogen, der den Rückweg im Fluge vergisst.
Du kannst sie laut rufen und klagen, in Liebe vergehen, verzeihen. Es verlischt eines Tages die Hoffnung, und du wirst die Erwartung bereuen.
Sind doch längst in anderen Gefilden, wie losgelassen und frei. Muss sich jeder den eigenen Weg bilden, bis vollkommen und fruchtbar er sei.
Bleib immer sonnenbeschienen, dränge alle Zweifel zurück. Die Tränen, sie werden trocknen durch anderes Lebensglück.
Schon macht der Lenz die Flügel weit und jagt davon in starkem Sturmwindreigen; in kühler Luft vergeht die Winterzeit, und erste Wärme lässt die Knospen treiben.
Noch sitzt die Sonne fern im Haus der Schatten und Himmelsbläue ist im Grau verhangen; bald wird im Festtagskleid sie die Natur begatten und jedes Samens Geist ans Licht gelangen.
Die alten Bäume beugen sich im Winde, wie im Spalier bereiten sie den Weg, und die Natur, sie singt dem neuen Kinde ein Lied, das nur der Ewige Geist versteht.
Wie elend ist ein Mensch mit sich allein, der geistig tot ist, ohne Ideale; nicht mal ein kleines Licht gab seinen Schein, sehnsuchtsbefreit sein Leben, das Finale.
Wie arm ist dieser Mensch in seinem Tun, ein Totengräber ist er seiner selbst. Er schaufelt anderen Gräber, ohne Ruhen, freut sich darüber, wenn man fällt.
Opferbereitschaft, Mitleid kennt er nicht, ist frei von Selbsterkenntnis und nicht klug; von niederem Instinkt zeugt sein Gesicht, zeigt keinen menschlich guten Zug.
Erblickte er nicht auch des Schöpfers Land, als Glück der Mutter und des Vaters Stolz? Hielt ihn nicht auch des Engels lichte Hand und wiegte ihn im Bett aus Fichtenholz?
Verirrter Mensch, auch du bist Gottes Kind. Was trieb dich nur auf diese falsche Bahn? Mein Bruder Mensch, was machte dich so blind, trägt auch dein Umfeld eine Schuld daran?
Wer waren wir, als wir vor Anfangsjahren die Wildnis teilten, jung und unerfahren, an Orten weilten, wo sich Energien entluden, die unter sich den Lebensgeist begruben, wo Menschen einst trotz täglicher Gefahren des Drangsals unerschrocken waren?
Im Blätterrauschen meines Lebensbaums fühl’ ich mich männlich in so manchem Traum, wo ich der vielen Leiden widerstand, bis ich im Tod mich geistig wiederfand. An Stätten, die im Bösen sich verfingen, ließ mich mein Los mit meinem Dasein ringen.
Die Luft zum Atmen hat der Wind getragen; man nahm sie mir nach unbekannten Jahren. Auch ich verging in Schuld und Sühne, war nur ein Rädchen auf der Lebensbühne. Vergänglich ist der Körper, ist das Kleid, in stetem Wechsel bis in Ewigkeit.
Die Gene Kains und Abels, jener Ur-Gestalten, die Gut und Böse tragen, zeigen noch ihr Walten. Doch ist’s der Wille nur, der sie befreit. Mensch, trag die Harmonie als Festtagskleid!
Es kommt der Tag, an dem der letzten Liebe nur noch Alleinsein folgen wird. Die Jugendzeit, die ewig schien und bliebe, war bloße Hoffnung, die so oft geirrt.
Erinnerung, des Alters Rückbesinnung, auf alles, was wir taten oder nicht. Sie zeigt den Füllstand der Gewinnung, Werte, die wir erreichten, stehn im Licht.
Es kommt der Tag, an dem wird alles enden, alles ist ausgelebt und abgehandelt. Der Spiegelblick, man möcht’ sich von ihm wenden, man sieht, wie sich das Schöne hat verwandelt.
Das alte Leben ging, es kam das fremde, das unbekannt und kalt vor meinem Haus. Schließ leis die Tür und unsichtbare Hände breiten die Gnade des Vergessens aus.
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