Schneewittchen und die sieben Zwerge – gemalt von mir im Kindergarten 1957
Ich mag in der Vergangenheit wühlen – habe so manche Träne vergossen. Die bunten Eier …, spür‘ alte Gefühle; hab sie tief im Herzen verschlossen. Ich tue so, als wären ALLE bei mir, denn nur, weil SIE lebten, bin ich hier.
Ich mag Kamine mit rauchenden Schwaden, wie auf dem Kinderbild, wo sie nicht schaden, auf Dächern vertrauter Häuser, darin Menschen und deren Eigensinn; Gesichter, die verändert in Jahren, Falten, wie Jahresringe tragen.
Ich mag rote Ziegel, die sich dunkler verfärben, wenn der Regen sie nässt und mein Leben auf Erden. Kaminfeuer, das in Haus und Gemüt Behaglichkeit und Wärme versprüht.
Ich mag Vögel, wie sie fliegen, dort oben, jeden Flügelschlag und ihr Singen und Toben; wenn sie Platz für neue Nester finden, und dort kunstvoll Zweig mit Zweig verbinden.
Ich mag, wie in der Kindheit, auf dem Dörpel sitzen, mit dem Tretroller über die Straßen flitzen, Lakritz-Wasser trinken, Glanzbilder betrachten, die Zigarrendose, in der sie Jahre verbrachten, die Unbeschwertheit weniger Tage genießen und abends mit Grießbrei den Abend beschließen.
Ich mag Erinnerungen an unseren Garten, wo bunte Eier auf Entdeckung warteten. Wo Osterfeuer der Freude dienten und dem Brauch, und das innere Kind, wenn es lacht, mag ich auch!
Der Nazarener sah seine Jünger und die jubelnden Menschen, die er geheilt und gesegnet hatte. Er wusste, dass sie ihn in dieser materiellen Welt nicht verstanden hatten. Er sprach eine andere Sprache, eine, die das Ewige im Menschen anspricht. Jesus musste diese Welt verlassen. Er wusste: Nur wenn sein geistiges Erbe hierbleibt, hat alles einen Sinn.
Auch das leere Grab wird von der Welt nicht verstanden. Man sagt, dass der Auferstandene, nicht aussah wie Jesus in seinen letzten Tagen. Es sei ein anderer gewesen. Sie erkannten ihn nicht, weil er der Vollkommene war, mit einer noch größeren Ausstrahlung als früher. Man erfuhr ein Glücksgefühl in seiner Gegenwart, denn man konnte das Ewige erkennen.
Sehnt sich der Mensch deshalb nach der Ewigkeit, wo alle Momente, ob gute oder böse, gerichtet und repariert sind und der Geist vollkommen klar und rein?
Jesus sagte, ihn verstehen bedeutet, das Kreuz auf sich zu nehmen. Damit ist nicht die Last des Leidens gemeint, sondern dieses Leben mit all seinen Schwierigkeiten durchzustehen und gleichermaßen zu wissen: Ich gehe den Weg ins Ewige.
Deshalb heißt es: Wenn du das Leben hier suchst, verlierst du es. Je mehr du es wichtig nimmst, desto mehr verlierst du den Sinn für das Ewige. Freude kann nur sein, wenn der Mensch das Ewige in sein Leben integrieren wird. Was hilft es dem Menschen, wenn er allen Gewinn dieser Welt hat?! Seine Seele, das Ewige, der Heilige Geist Gottes in ihm leidet Schaden. Nach dem Tod wird alles zerplatzen wie eine Seifenblase. Sie schillert schön einen Moment lang, bis sie zerplatzt, und wird zu nichts.
Zitat Zürcher Bibel: Markus 8, 34–38
34 Und er rief das Volk samt seinen Jüngern herbei und sagte zu ihnen: Wenn einer mir auf meinem Weg folgen will, verleugne er sich und nehme sein Kreuz auf sich, und so folge er mir.
35 Denn wer sein Leben retten will, wird es verlieren, wer aber sein Leben verliert um meinetwillen und um des Evangeliums willen, wird es retten.
36 Denn was hilft es dem Menschen, die ganze Welt zu gewinnen und dabei Schaden zu nehmen an seinem Leben?
37 Was hätte ein Mensch denn zu geben als Gegenwert für sein Leben?
38 Wer sich meiner und meiner Worte schämt in diesem ehebrecherischen und sündigen Geschlecht, dessen wird auch der Menschensohn sich schämen, wenn er kommt in der Herrlichkeit seines Vaters mit den heiligen Engeln.
Die Blütezeit nimmt ihren zarten Lauf, und Gänseblümchen seh’ ich auf dem Wege blühn, Insekten voller Leben, Löwenzahn zuhauf, und Opa seh’ ich lächelnd vor dem Garten stehn,
wie er von Oma rationierte Stumpen raucht. Ich seh’ den grauen Qualm, wie er verweht, wie der Moment, der war und zeitverbraucht in mir als Bild erneuernd aufersteht.
Spüre Geborgenheit, die Blicke treffen sich und ein Gefühl von Wärme zeigt Gesicht. Ich nehm’ es mit, soweit es trägt in sich, den Hauch „Zuhause“ jetzt und ewiglich.
Die Tür fällt leis ins Schloss! Du musst verlassen deines Wirkens Stätte. So, wie ein langer Regen sich ergoss und dann versickert tief im Erdenbette, so flossen deine Tage voller Schaffen, doch langsam wich die Kraft aus deinen Zellen, vorbei der Ansporn, das Zusammenraffen, der Zahn der Zeit, er nagt an allen Stellen.
Ein letzter Blick fällt auf das Altvertraute, ein tiefer Seufzer der Erinnerungen. Der mit Elan einst Zukunftsschlösser baute, ist ohne Ziele, ganz vom Weh durchdrungen.
Die Wehmut lenkt die Schwere deiner Schritte, nichts hält dich, niemand, der dein Dasein wandelt; was du einst liebtest und dich hielt in deiner Mitte, es ist längst fort, vorbei und abgehandelt.
Führst Zwiegespräche mit den Unsichtbaren, die schon vor langer Zeit die Welt verließen. Hilflosigkeit wächst mit den täglichen Gefahren und tückisch scheint der Weg unter den Füßen.
So gehst du hin in eine Heimstatt, die man wählte, und überschaubar werden deine letzten Jahre. Am Ort, an dem Vergessenheitsgequälte vergessen werden, steht bereits die Bahre.
Wenn Menschenhände dich längst losgelassen, du mit Erinnerungen nur im Damals lebst, bleibt dir nur Gott – er wird dich nicht verlassen, wenn du auf deine letzte Reise gehst.
Oft kreisen die Gedanken wie Planeten, um einen Mittelpunkt, erstrahlt im Licht; manchmal lässt uns der Geist um Wahrheit beten, denn wir erkennen Gut und Böse nicht.
Der Kosmos weit, der Geist in uns so klein, und jeder Stern ist seine eigne Welt – vielleicht mag sein Gesicht nur Schein noch sein, aus einer Zeit, die lange nicht mehr zählt.
Doch wenn die Nacht uns still ins Staunen senkt, vergessen wir doch meist in heller Welt, dass uns das All sein fernes Leuchten schenkt, weil unser Sinn auf andere Dinge fällt.
Im Frühling werden zarte Knospen sprießen, als ob sie neu geboren sind; unzählig wird sich Blütenpracht ergießen und kurz gelebt, verwehen mit dem Wind.
Auch diese Zeit verweht. Ihr folgen, die einst neu geboren. Sie blühen und vergehen; der Kosmos ist so groß und wir in ihm verloren – wir können nur den kleinen Teil verstehen,
der sichtbar ist und unseren Blick erhellt, nicht was im Dunkeln liegt und außer Sicht. Gerüstet ist die Schöpfung dieser Welt und die Natur im hellen Frühjahrslicht.
Liedkomponistin: Marie Nathusius, geborene Scheele (1817-1857)
Alle Vögel sind schon da, alle Vögel, alle. Welch ein Singen, Musiziern, Pfeifen, Zwitschern, Tiriliern! Frühling will nun einmarschiern, kommt mit Sang und Schalle.
Wie sie alle lustig sind, flink und froh sich regen! Amsel, Drossel, Fink und Star und die ganze Vogelschar wünschen dir ein frohes Jahr, lauter Heil und Segen.
Was sie uns verkünden nun, nehmen wir zu Herzen: Wir auch wollen lustig sein, lustig wie die Vögelein, hier und dort, feldaus, feldein, singen, springen, scherzen.
August Heinrich Hoffmann von Fallersleben (1798-1874)
Ihr Herrscher dieser Welt, was ist geschehen? Wieso, warum wird es nie anders gehen?
Es tröpfelt Blut aus Wunden vieler, die in Not, doch ihr schlaft ruhig. Ihr bringt der Welt den Tod!
Seid weit entfernt von jenen, die schon fielen. Der Frühling kommt, mit blühenden Gefühlen.
Ihr düngt das Feld mit Menschen, bis zuletzt; ermordet jeden, der sich widersetzt.
Ein Hauch Verwesung folgt längst euren Schritten. Der Satan in euch hat die Macht ergriffen.
Längst Untergebene seid ihr, untertänig, willig, und eurem Ego unterwandern, ist ihm billig.
Kanonenfutter sucht ihr nicht in euren Reihen. Nicht eure Kinder wird der Krieg sich einverleiben.
Nicht euer Fleisch und Blut tränkt diese Erde; es sterben doch nur Menschen, keine Pferde.
Hör‘ sie noch schreien, wie vor vielen Jahren, wie Kinder, die den Tod in sich gewahrten.
Ein Schlachtross sein, das schwere Panzer trug, und edle Reiter, Schwerter, warn der Zeit genug.
Heut’ schickt man Drohnen, Sprengstoff im Gepäck; man braucht das Elend nicht zu sehen, sprengt den Dreck.
Aus allen Elementen ist der Mensch gemacht, und Energie, damit er lebt und läuft und lacht,
er funktioniert, bereichert das System, und wird er irgendwann zugrunde gehen,
dann geht er patriotisch, heldenhaft von Dannen; wird als Soldat befreit ins Licht gelangen.
Seid ihr der Satan, als er Hiob quälte? Versuchung pur, die so von Gott gewählte?
Die „Großen“ sind längst in der Ewigkeit. Dort sind sie klein, mit blutigem Seelenkleid.
Die Wahrheit sammelt sich um ihre Namen, durch jene, die sie aus dem Leben nahmen.
So wird der Größte bald der Kleinste sein, und der Gigant geringer wiegen, als ein armes Schwein.
Daniel liest die Worte „mənēʾ mənēʾ təqēl ûp̄arsîn (מְנֵ֥א מְנֵ֖א תְּקֵ֥ל וּפַרְסִֽין)“ und interpretiert sie: „Mənēʾ: Gezählt, das heißt, Gott hat gezählt (mənāh מְנָֽה) die Tage deiner Königsherrschaft und sie beendet. Təqēl: Gewogen, das heißt, du wurdest auf der Waage gewogen (təqiltāʾ תְּקִ֥לְתָּא) und für zu leicht befunden. Pərēs פְּרֵ֑ס: Zerteilt (pərîsat̲ פְּרִיסַת֙) wird dein Königreich und den Persern und Medern übergeben.“
Eine Stelle im Alten Testament, Dan 5,25
Fazit: Manchmal ist das Geschehene rückläufig. Alles Fehlverhalten wird Folgen haben.
Fast 20 Jahre sind vergangen; ein neuer Frühling zieht ins Land. Es war vor langer Zeit, als er gegangen, und mich die einsame Erinnerung band.
Ich hatte Hass, war wütend und in Qual, noch Jahre später, als die Arbeit band; doch jetzt verstehe ich mit einem Mal, dass ich mein Schicksal im Alleinsein fand.
In Stille zog ich in mein Schneckenhaus, in die Spirale meines Seeleninnern ein, löschte die Lichter der Erwartung aus – ein sehnsuchtsloser Platz für mich allein.
Bald werden viele Frühlingsregen fallen und starke Winde durch die Straßen wehen; ich werd‘ die Hand des Eremiten halten, mit ihm durch Nebel in die Zukunft gehen.
Es war im September 2008, als ich von einem Eremiten ohne Gesicht träumte, der meine Hand fasste. Er trug eine dunkelbraune Mönchskutte aus grobem Sackleinen. Das machte mir Angst. Ich stand in der Küche und sah in den Flur, als der Mann, den ich liebte, in ein von Nebeln verhülltes Treppenhaus verschwand und nicht mehr wiederkehrte. Genauso kam es dann auch. Heute hat dieses Verhalten einen Namen: Ghosting.
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